Morgekafi mit Dr. Elvira Boschmann: Blutegel-Therapie

Elvira Boschmann ist in Deutschland aufgewachsen, hat sich dort zur Ärztin ausbilden lassen und war danach beruflich einige Jahre in ihrem Spezialgebiet, der Chirurgie und Notfallmedizin, tätig. Nach einigen Jahren Berufserfahrung ist in ihr das Interesse an Alternativen zur Schulmedizin gewachsen und so hat sie sich u.a. auch mit den Möglichkeiten der Behandlung durch Blutegel auseinandergesetzt. Heute setzt sie ihre alternativmedizinischen Kenntnisse in der Paracelsus Klinik in Lustmühle in die Praxis um.

Blutegel

Die Wissenschaft unterscheidet zwischen ungarischen und deutschen Blutegeln, die seit den Dinosaurierzeiten keine wesentlichen Veränderungen durchgemacht haben. Es sind Zwitter, die mit drei Jahren geschlechtsreif werden und während ihrer Lebenszeit das Geschlecht ändern können. Sie werden bis zu 30 Jahre alt und leben gerne in sauberem Süsswasser, das gemächlich fliesst und viel Vegetation aufweist.

Lächelnd berichtet Elvira Boschmann, dass ihr damals sechsjähriger Sohn die erste Begegnung mit Blutegeln weit bravouröser bestanden habe als sie selbst.

Medizinische Bedeutung der Blutegel

Heute ist bei Elvira Boschmann die Faszination für diese «blutsaugenden Würmer» hör-, sicht- und spürbar. In einem Glas tummeln sich einige dieser Lebewesen und Elvira Boschmann zählt mit Begeisterung die diversen Einsatzmöglichkeiten von Blutegeln auf. Und tatsächlich, der Laie staunt. Blutegel werden nicht nur in der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie eingesetzt, sondern auch bei Bandscheibenvorfällen, bei Pilzvergiftungen, bei erhöhtem Blutdruck, bei Arthrose, bei «Leberreinigung» und sogar bei Faltenminderung. Da schaudern dann doch einige der mehrheitlich weiblichen Zuhörerinnen des Morgekafis und es stellt sich die Frage, ob nicht doch ein charmant gefaltetes Gesicht einer Behandlung mit Blutegeln vorzuziehen sei.

Die Arbeitsweise von Blutegeln

Wenn Blutegel angesetzt werden, spürt man von ihrem Biss nur wenig, denn ihr Speichel wirkt leicht betäubend. Wie eine Mini-Tunnelbohrmaschine beisst sich der Egel durchs Gewebe und kann dabei ein Mehrfaches seines Körpergewichts an Blut aufnehmen. Werden fünf bis sechs Blutegel pro Behandlung angesetzt, verliert der Patient ungefähr 1,5 dl Blut und möglicherweise noch in etwa gleich viel bei kleinen Nachblutungen. Der Blutegel ist ein feinfühliges Lebewesen, kann er doch dank seines ausgeprägten Wärmeempfindens entzündete schmerzende Körperstellen rasch entdecken und sich dann dort seiner Aufgabe des «Aderlasses* zuwenden. Elvira Boschmann berichtet von erstaunlichen Wirkungen bereits nach der ersten Behandlung und so fragen sich wohl einige Zuhörende, ob sie nicht doch den operativen Knie- oder Hüftersatz noch etwas hinausschieben oder ihren Bluthochdruck nicht länger mit Chemie bekämpfen wollen. Elvira Boschmann wartet auf Sie!