Morgekafi mit Gascht Thomas Oehri
Leiter der Teufner Wasserversorgung
Die Wasserversorgung Teufen in Kürze:
3 Mitarbeiter (100% )
Leitungsbau (Versorgungsleitungen, Transportleitungen, Hauszuleitungen)
QS-Sicherungen (Probenahmen, Reservoir Reinigungen, Zählerwechsel usw.)
24 H Pikettdienst
Kontrolle und Unterhalt der Pumpwerke, Reservoir, DRV Stationen usw.
Kontrolle und Unterhalt Versorgungsnetz, Leckkontrollen
Abonnentenablesungen und Verrechnungen ,Kontrolle der Ablesungen usw.
Installationskontrollen, Abnahmen
usw……..
Anlagen und Verteilnetz
71 km Versorgung und Transportleitungen
59 km Hauszuleitungen
4 Stk Pumpwerke ( Gremm ,Bündt, Schwendi und Rütiberg)
8 Stk Reservoire ( Total 4015 m3 / 2550 m3 BR/1465 m3 LR)
1 Stk Aufbereitungsanlage-Quellwasser Wetti inkl. Pumpwerk
3 Stk Druckreduzierstationen (Wonnenstein, Schlättliweg und Buchwald)
10 Stk Druckzonen
29 Stk Quellen West
28 Stk Quellen Ost
2 Stk Fremdeinspeisungen ( RWSG und RWAM )
Eine recht komplexe Angelegenheit
Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, ihre Morgendusche geniessen, ahnen Sie kaum, welch’ komplexe Angelegenheit Sie und etwa 6’600 weitere Bewohner Teufens damit in Betrieb setzen. Die Topographie von Teufen, dem langgezogenen Strassendorf, im Norden vom Höhenzug der Eggen und im Süden von weiteren Hügeln in Richtung Buche umgeben mit weiteren Liegenschaften auf den dorfabgewandten Seiten fordern die Verantwortlichen der Wasserversorgung seit jeher. Die rege Bautätigkeit der letzten Jahre sowie der Unterhalt der bereits vorhandenen Infrastruktur, die in die Jahre kommt, halten Thomas Oehri und seine Mitarbeiter stets auf Trab.
Der Wasserbezug
Thomas Oehri zeigt auf verschiedenen Karten das ausgetüftelte Verteilsystem mit den 8 Reservoirs auf unserem Gemeindegebiet, mit 10 Druckzonen und verschiedensten Pumpstationen, die so angelegt sind, dass sie bei Ausfall durch andere Pumpen ersetzt werden können und die Bezüger den Unterbruch kaum bemerken. 71 km Transportleitungen und 59 km Hauszuleitungen bringen das Trinkwasser in alle Haushaltungen der Gemeinde. Anschaulich berichtet Thomas über die verschiedensten Materialien, die in den letzten hundert Jahren für den Leitungsbau benutzt worden sind sowie über grössere und kleinere Rohrbrüche. Ersteres mit mitgebrachten Leitungsstücken, das zweite mit eindrücklichen Bildern von solchen Ereignissen. Erstaunt nehmen die Anwesenden zur Kenntnis, dass bereits ein Rohrriss von 3 mm zu grossem Wasserverlust führen kann.
Woher kommt das Teufner Trinkwasser?
Teufen bezieht in den Jahren mit ausreichenden Regenfällen etwa 50,2% seines Wasserbedarfs aus den 28 Quellen im Osten des Dorfes und aus 29 Quellen im westlichen Dorfteil. Den übrigen Bedarf deckt das Dorf mit Wasser aus dem Seewasserwerk Frasnacht am Bodensee sowie aus dem Alpstein. Mit Stolz weist Thomas darauf hin, dass der Kanton AR ein ausgetüfteltes System erarbeitet hat, sollte es zu längeren Stromunterbrüchen kommen und die festinstallierten Pumpen ausfallen. Das führende AR-Notstromkonzept sieht vor, dass mit Diesel aus den eidgenössischen Pflichtlagern fahrbare Notstromaggregate eingesetzt werden, um die Pumpen in Betrieb zu halten.
Der Wasserverbrauch
Im regenärmsten und heissen Jahr 2026 ist die Eigenversorgung mit Wasser in Teufen auf 21.3% geschrumpft, was bei Thomas mehrmals zu Sorgenfalten und zu unruhigem Schlaf geführt hat. Dank hervorragender Zusammenarbeit mit den Wasserversorgungsbetrieben vom Bodensee und vom Alpstein, konnte bis anhin die jährliche Wasserabgabe von etwa 390’000 m3 stets gewährleistet werden. Sie entspricht in etwa einem Wasserverbrauch von 169 l/Person und Tag. Thomas bezeichnet diesen Verbrauch als eher gering im Vergleich zu anderen Gemeinden, insbesondere zu solchen mit Industriebetrieben, die viel Wasser verbrauchen.
Im Jahr 2026 stellen sich wohl viele die Frage, ob die Zeiten der Schweiz als Wasserschloss in Europa vorbei sind. Diese Frage darf vorerst unbeantwortet. bleiben, aber die Seniorissimi, die den hochinteressanten Ausführungen von Thomas Oehri gefolgt sind, haben viel Wissenswertes über die lokale Wasserversorgung und deren Sicherstellung erfahren.
Dafür danken wir Thomas und selbstverständlich auch seinen Mitarbeitenden ganz herzlich.